Posts mit dem Label Schwimmen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schwimmen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. Mai 2014

Freitag :)

Bei Visite stellte der Arzt fest, dass ich immer noch keine Atemtherapie hatte - is ja auch nichts Neues - und meinte, dass sich darum gekümmert wird. Guter Witz!

Am Frühstückstisch eine Änderung: der letzte Peter, der am Essenstisch übrig ist, spricht wieder. Er hatte eine Spritze bekommen und jetzt schmerzt es ihn nicht mehr zu reden.
Am Platz von Peter aus Köln liegt immer noch das Namensschild... die raffen's wohl nie mehr :D

Anja, die ja eigentlich bis Montag hätte da bleiben sollen, hat erreicht, heute schon fahren zu dürfen. Gut so!!! Die Kleine wird sich freuen. Aber nach ihrer Abreise ist das Rudel bereits halbiert :O

Und da wird einem erst klar, wie sehr man die Abgereisten vermisst. :'(
Leute, ihr ward und seid echt spitze. So eine klasse Truppe!! Selten so viele nette Leute auf einem Fleck zur gleichen Zeit erlebt.

Mike bekommt heute seinen Halofixateur :(
Und Lisa darf aus der Intensiv raus :3
Ihr geht es den Umständen entsprechend gut.

Heute war das Op-Vorgespräch mit Mutti und Doktor... Dabei stellte sich heraus, dass momentan ein Wirbel weniger geplant ist, also Th3 - L2, aber das wird dann während der Op entschieden.
Außerdem meinte er, es könne sein, dass die Rippen der flachen Seite zur Ebnung gelöst und oberhalb der Stange wieder angebracht werden... Dies würde 4-6 Tage Intensiv bedeuten, da der Brustraum dabei geöffnet werden muss :/
Das Risiko auf Querschnittslähmung beträgt hier 0%, aber bis hin zum Tod kann alles eintreten :3
Läuft bei mir!
Außerdem zeigte sich, dass ich Montag gar nicht operiert werde :OOO
Erst Dienstag oder Mittwoch soll es soweit sein. Dann wär ich schon 2 Wochen hier, obwohl die Hälfte geplant war... und nichts habe ich hier zu tun - also fast nichts^^

Um 10.00 Uhr sollte ich Mobilisation haben, aber das ist wegen zu wenig Teilnehmern ausgefallen.

Danach sah ich Tamy endlich wieder und sie hat sich riesig gefreut :)


Von morgens bis abends läuft bei uns der Fernseher und die Eltern von Kevin geistern im Zimmer rum. Echt nervig :/

Eine große Überraschung waren 2 Pakete: Einmal von einer ganz netten Freundin aus meiner Schule, die mir eine schokoladige Schulausrüstung, weitere Schokileckerchen und eine Karte auf Latein schrieb :3 Echt nett von ihr, an mich zu denken und mich zu versorgen !!



Das zweite kam von Vati: Getränke, Föhn, Zeitschriften, Laptop und ganz ganz viel Süßes; wann auch immer ich das essen soll ;)

                                    Für wen ist eigentlich das Bier? Na, i drink des sicha ned!


Am Mittagstisch stellte ich fest, dass auf Peters Zettel noch eine Anmerkung draufgeschrieben wurde: "Bitte auf Station anmelden für Speisesaal" Kein Kommentar.

Nachmittag war ich noch ein Viertelstündchen in der Sauna mit anschließender Abkühlung im Becken.

Das Wetter ist übrigens immer noch beschissen... Bewölkt und ab und zu Regen :/

Am Abend trafen wir uns wieder am Knoten auf der 2, aber diesmal zum Fernsehen: Riddick ... Ich mag normalerweise kein Zukunftsgedöns oder Sternenkrieg, doch allemal besser als auf dem Zimmer zu liegen.
Da nur Carsten und ich dort waren und es Lisa nicht soo gut ging, beschlossen wir bei ihr Vin Diesel und Co zuzuschauen.

Nach Ende des Films schlief Lisa schon und ich ging verhältnismäßig früh ins Bett.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Der letzte Apriltag

Elida weckte mich heute und gab Bescheid, dass Lisa gleich zum Op muss. Ich beeilte mich, sprang schnell in die Jogginghose und warf mein Tshirt über, aber sie war leider schon weg :(

Dann kam die Visite und meinte, ob ich schon Atemtherapie hatte. Ich verwies nur auf meinen Pustetrainer Triflo 2, denn richtige Therapie habe ich noch nicht. Das gestern war ja mehr Aufklärung, wie ich nach der Op richtig atme.

Beim Frühstückstisch fiel mir auf, dass wenn am Nachmittag die nette Dame in Blond - Irmtraut - fährt, nur noch der Russe Viktor von der Besetzung der letzten Woche übrig ist. Montag kam übrigens ein neuer an unseren Tisch, denn Sylvia wurde an der Halswirbelsäule versteift und ratet mal wie er heißt ... tttrtrtrrtrtrtrtrrrrommelwirbel: Peter !! xD
3 von 6 Leuten am Tisch Nummer 3 heißen Peter ;)
Hier verändert sich echt viel...

Anschließend schnappte ich mir Elida und fing den Kölner Peter ab, bevor er sich aus dem Staub machen konnte. Wir gingen in die Cafeteria und tranken Kaffee, als Carsten angekrochen kam. Dass es ihm so schnell so gut geht, hätte ich nicht gedacht. Er lief zwar langsam, aber humpelte nicht mehr.
Wir zeigten uns gegenseitig Fotos von den Katzen, die zu Hause auf uns warten, diskutierten über Fotografie oder erzählten uns Geschichten, während Peter auf das Abschlussgespräch wartete.
Danach begleiteten wir ihn zum Auto - Sachen einladen - und verabschiedeten uns von ihm. Der nächste Peter ist weg :(
Eigentlich hätte ich zu dieser Zeit Mobilisation gehabt. Aber es steht doch nicht zur Debatte, was in diesem Moment Vorrang hat.

Auf dem Zimmer zurück - endlich seit hundert Jahren mal wieder ein Zettel und was zu tun. Röntgen im Cotrel um 11.00 Uhr :3
Ich spannte mich ein und wartete auf kurz vor 11, als eine Schwester kam und meinte, ich solle eine Schaumstoffbox unterlegen. Danach schoben Christopher und sie mich mit dem Bett zum Röntgen, wo ein Bild von der Seite und eins von oben gemacht wurde.

Dann war es wieder Zeit zum Tschüss sagen :(
Elida tritt die Heimreise an... Man wird das still hier :/
Die 117 steht nun leer und ich vermisse beide sehr. Lisa kommt ja hoffentlich bald wieder raus aus der Intensiv, aber wann ich Eli wiedersehe ist noch ungewiss :O

Am Nachmittag bin ich mit Christopher in die Sporthalle und habe Basketball gespielt und das erste mal seit langem wieder Bogen geschossen. Jetzt weiß ich wieder warum ich aufgehört hatte...
Nicht weil ich so schlecht wäre - im Gegenteil, ich bin noch besser als ich dachte - sondern weil ich direkt danach Rückenschmerzen bekomme...



Deshalb legte ich mich danach ins Bett, um den Rücken zu entlasten und ging dann mit Christopher Schwimmen und Saunen.
Dort gab mir auch die Bademeisterin Auskunft über meinen Ohrring: Nächste Woche werde das Becken gereinigt und dann soll ich nochmal nachfragen.

Mit dem Triflo 2 schaffe ich beim Einatmen jetzt die 3 Bälle nach oben zu befördern und kurz zu halten. Nur beim Ausatmen, will die letzte Kugel nicht so ganz...



Das Wetter spielt hier übrigens verrückt: Gewitter und Regen mit Sonnenschein bei einer leichten Brise.

Von zu Hause bekam ich eine coole Nachricht, denn meine Felgen und Reifen sind montiert:



Carsten und ich besuchten Miky Mike, dessen Betäubungsmittel durch Kochsalzlösung ersetzt wurde und langsam munter wurde. Er hat sein MRT gut überstanden und jetzt heißt es wieder warten für seine Mutter und ihn, was die Ärzte als nächstes planen :O
Danach wanderten wir zur Anja weiter, die auch ihre Narkose gut weggesteckt hat.

Mit Christopher hörte ich dann im Zimmer Musik und uns war schon ein bisschen langweilig:



Nach dem Abendessen humpelten Carsten, der sich wohl überanstrengt hatte, und ich zu Anja und brachten ihr Chips und gute Laune. Anschließend gings auf paar Runden UNO zu Mike.

Im Zimmer zurück, schaute ich dann das erste mal bewusst Fernsehen mit Mister C, bevor wir schlafen gingen.

Mittwoch, 30. April 2014

Der 7. Tag - Dienstag

Ich wurde heute relativ früh wach, da die Eltern von Kevin gegen 7 ins Zimmer kamen und nach eine Viertelstunde für das Op-Vorgespräch wieder rausgeholt wurden.
Kevin wurde danach von einer Schwester am Rücken rasiert, durfte sich mit einem speziellen keimtötenden Zeug duschen und bekam einen Krankenhauskittel an.
Das ist ja mal eine tolle Prä-Op-Routine ;)

Das Rasieren erinnerte sehr an die Amy-Filme, bei denen einer am Kopf rasiert wird, bevor er auf dem elektrischen Stuhl Platz nehmen darf. Richtig gruselig, vor allem weil die Familie fast die ganze Zeit über nur schwieg...

Der ganze Stress hier nimmt mich wohl zu sehr mit, denn mein Hals hat zur Zeit wieder den Neurodermitis bedingten feuerroten Ausschlag und pocht und brennt wie die Hölle... Stresspickel braucht man auch gar nicht erst zu suchen^^

Beim Essen entdeckte ich dann, dass es auch Milch gibt und ich sie die ganze Zeit nicht gesehen habe xD
Nach dem Frühstück schaute ich dann ins Zimmer gegenüber und ging mit ihnen zu Peter, der vor hat nach dem Abschlussgespräch gegen Mittag zu fahren.
Wir gingen zu den Mädels ins Zimmer und versuchten die letzten Minuten zu genießen, die uns gemeinsam blieben.
Ich hatte dann 2 Therapien und verabschiedete mich deswegen schon mal, wobei Lisa die letztere mit mir zusammen hat.
Selbst die Therapeutin merkte, dass mit mir irgendwas nicht stimmte und fragte nach.
Es war halt auch ne verdammt gute Zeit mit ihm...

Im Zimmer erwartete mich eine Überraschung: ein neuer Bettnachbar, Christopher (16). Er hat Scheuermann und ist leider nur zur Diagnostik bis voraussichtlich Freitag hier. Leider, weil er das komplette Gegenteil zu Kevin ist und mich natürlich schon vor meiner Op wieder verlässt, wenn sich die Klinik beeilt :/

Carsten ist wohl schon im Op oder kurz davor :O
Ganz viel Glück ihm, dass er danach besser hatschen kann.

Beim Mittag erblickte ich dann Peter nochmal, der seine Runde durch den Speisesaal drehte und verabschiedete mich ein weiteres Mal.

Auf dem Rückweg zum Zimmer war er neben Elida in der Lobby und der dritte Abschied fand statt, bevor er mit dem Aufzug Richtung Auto fuhr. Alle guten Dinge sind immerhin 3 ;)



Zur Ablenkung beschlossen Elida und ich zum Schwimmen und in die Sauna zu gehen. Christopher wurde auch gleich eingepackt und mitgenommen. Dort bekam dann Eli eine SMS von Peter, wo wir seien, denn er komme zurück^^
Nach der Sauna kam er auch schon angerollt und seine Laune war echt im Keller... Sein Passat gab den Geist auf und macht komische Geräusche. Na toll, die Wicker-Klinik lässt ihn wohl nicht mehr so einfach los und er hätte nicht mal im Regen fahren müssen :O

Wir fanden uns dann wieder bei den Mädels im Zimmer ein und Peterle bekam auf seine Bitte hin einen Schokohasen als Frustessen, den er ganz verschlang. Danach konnte er schon wieder grinsen und wartete auf den Anruf vom ADAC, als Anja (ein Teil des Rudels) vorbeikam und die Hiobsbotschaft nicht glauben können, weil sie vor seiner Abfahrt noch Andeutungen in diese Richtung gemacht hatte.
Als dann der gelbe Engel endlich erschien und einmal mit Peter um den Block gefahren ist, hätte er ihn nach Hause in die Eifel geschickt. Doch auf die Anregung den Unterboden anzuschauen, stellte er dann Getriebeschaden fest :OOO
Jetzt muss ihn sein Vater abholen und seine Tochter muss auf Papa noch länger warten :(

Irgendwann hat er dann doch noch den Absprung geschafft und begab sich auf den Nachhauseweg.


Da Christopher seit vielen Jahren Fußball spielt, war es für ihn natürlich keine Frage das Spiel heute zu schauen.
Ich wechselte dann immer das Zimmer zwischen Fußball und den Mädels, von denen die eine morgen heimfährt und die andere operiert wird...
Dadurch bekam ich das Prozedere ein bisschen mit: eine Beruhigungstablette am Abend, eine Spritze gegen Thrombose und einen 250 ml Einlauf, den man 10 min einbehalten muss. Na prima... Wenn sonst alles passt ;)

Bei Christopher ging inzwischen die Party ab, da er gegen Bayern ist xD

Und so bekam ich auf der einen Seite Spaß mit und im Zimmer gegenüber bedrückte Stimmung...

Trotz mehrmaligem Anfragen in der Whatsapp-Gruppe, kam keine Runde UNO zusammen :/
Da ist wohl das Ende einer geniale Ära....

Gute Nacht :S

Dienstag, 29. April 2014

Der erste Montag und der OP-Termin steht :)

Heute, Montag, bin ich sehr gut aufgewacht und habe bei der Visite endlich mal eine Prognose für den OP-Termin bekommen. Am Montag soll es soweit sein.
Meine Mutter reist Donnerstag Abend an, denn am Freitag findet das Vorgespräch statt und da muss sie dann die ganzen wichtigen Sachen (=Papierkram) unterschreiben.

Nach dem Frühstück habe ich meine einzige Therapie genossen: Mobilisation
Danach gings mit Peter und den Mädels zum Schwimmen und in die Sauna. Lisa hat aber eher die Schwimmtherapeutin gespielt und uns Wettschwimmen oder Tauchen nach Ringen auferlegt xD

Als ich danach in mein Zimmer kam, sah ich den Neuen, der mir schon angekündigt wurde. Er heißt Kevin (was denken sich eigentlich immer die Eltern bei der Namenswahl???), war hier schonmal zur Diagnostik und wird morgen operiert. Über letzteres war ich erfreut, denn weder er noch seine Eltern machten vor Laptop und Fernseher einen allzu sympathischen Eindruck und hatten einen eigenen Geruch an sich. Auf der anderen Seite wird er wohl in circa 2 Tagen wieder von der Intensiv zurück sein...

Von der Physio bekam ich endlich mal - auf Nachfrage - ein Gerät, um mein Lungenvolumen zu verbessern: Durch einen Schlauch kann ich, je nach Halten des Plexiglaskastens, entweder durch das Ein- oder Ausatmen, versuchen, die darin enthaltenen 3 Bälle nach oben zu bekommen und dort so lange wie möglich zu halten.

Nach dem Mittagessen spielten wir wieder Basketball und danach hatte ich Schmerzen wie immer nach dem Sport, aber noch nie waren sie so stark und ich fragte das erste Mal nach Schmerzmittel (bisher habe ich ja nie eins genommen) und jaaa.
Sie dürfen mir keins geben, weil's vom Arzt nicht angeordnet ist.
Das klang dann ernüchternd -> der Alkohol wirds schon richten^^



In nächster Zeit wird sich hier ziemlich viel verändern:
Peter fährt morgen, Carsten wird operiert, übermorgen sind Lisa und Anja unterm Messer und der Wiener fährt nach Köln zurück und auch Elida darf nach Hause. Nur Mike schwebt noch im Ungewissen.

Das Wetter ist in den letzten Tage wirklich bescheiden, aber trotzdem brauchten wir ja Speis und Trank für den letzten gemeinsamen Abend mit Peter und so machten wir uns bei starkem Regen zu viert auf den Weg zum Edeka. Ich nahm den Tipp von ihm an und stülpte mir eine Mülltüte über, da es nicht wirklich kalt war und die einzige Jacke, die ich dabei habe, nicht wasserfest ist.
Dort kauften wir dann Chips und Wein; außerdem besorgte ich mir eine neue Zahnbürste :3
Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Heimweg durften wir ein Liebespaar beim Was-auch-immer in einem Pavillon betrachten, was wirklich mal ne Abwechslung zum Krankenhaus war^^

Zurück vom Shoppen, gabs dann erstmal Abendessen und danach trafen wir uns für Tabu und UNO in unserer Runde.
Es war wirklich ein schöner letzter Abend für die komplette Meute.
Diesmal war früher Schluss und ab morgen geht's wohl dahin :/

Sonntag, 27. April 2014

Wochenende :P

Erstmal ne Stunde länger geschlafen: 8 Uhr, dann machte mein Kollege den Fernseher an ... Wird sich wohl nicht mehr ändern^^

Ich ging dann erstmal zum Frühstücken und dort wurde ich von den 2 Mädels, die übrigens in dem Zimmer gegenüber sind, gefragt, ob ich mit ihnen schwimmen gehen will.

Ich willigte ein und nach der Streckbank, gings um halb 10 ins Untergeschoss für 2 Stunden Sauna und Schwimmbad. Dabei plünderten Elida, Lisa und ich alle Schwimmhilfgeräte, die sie hatten, um für Abwechslung zu sorgen und der Erschöpfung entgegen zu wirken. Bis auf Carsten, der sich später am Abend unserer lustigen Feierabendwirhabennichtszutunalsotrinkenwir-Gruppe anschloss, hatten wir Alles für uns alleine. Außerdem ließ uns der Bademeister auch in dem höheverstellbaren, wärmeren Therapiebecken planschen, das er in ein Liegeparadies verwandelte :3
In der Umkleide merkte ich dann, dass mir ein Ohrring fehlt und suchte vergeblich das Schwimmbecken ab :/

Danach gings auf mein Zimmer, um mich von meinem Kollegen zu verabschieden, denn er wird um 12 Uhr endlich (für beide Seiten zu treffend) abgeholt und darf nach Hause.

Beim Mittagessen bot mir Peter an, ob ich nicht um 2 wieder Basketball spielen wolle - ich muss dazu sagen, dass ich nen krassen Muskelkater hatte - aber ich war natürlich dabei. Er hat übrigens den Hallenschlüssel und somit können uns die Öffnungszeiten am Wochenende (eigentlich geschlossen) sch*** egal sein.
Als ich die Mädels darüber informierte, wirkten sie sehr interessiert und ich meinte, dass es mit der Anzahl an Rollstühlen nur etwas kritisch werden könne, da der Geräteraum zugesperrt ist.

Nach dem Füllen des Magens, stellte ich im Zimmer erst mal die Betten um, damit ich nicht mehr am Fenster über der Raucherzone lag, meldete mein Telefon um und schaltete meine Anlage ein.

Zurück zur Sporthalle: Sie kamen dennoch und dank eines Angestellten konnten wir doch in den Geräteraum und hatten freie Auswahl an Stühlen.
Am Anfang mussten sich die beiden mit der Handhabung des Rollstuhls zurechtfinden und Peter machte ein paar Übungen fürs Stuhl- und Ballgefühl.
Der andere Peter (am Essenstisch rechts von mir - auch Rollifahrer - und der Einzige, der mich durch seinen Dialekt als Österreicher an die Heimat erinnert) wollte auch dazustoßen, aber er verschlief, wie wir später erfuhren ;)
Wir machten ein Match, erst - auf Wunsch der Mädels - Männer gegen Frauen und dann jung gegen alt und Respekt: sie machten sich richtig gut und trafen zahlreich.
Um das zu feiern, trafen wir - nach über 2 Stunden Action pur - die Vereinbarung, uns nach dem Abendessen in der Cafeteria zu treffen.
Die abendliche Gruppe wuchs und wuchs....

Die Bewegung des Rückens beim Rollstuhlfahren und Körbe werfen ist ähnlich der beim Tanzen ungewohnt und das äußert sich mit Schmerzen. So schlimm wie heute war es noch nie und ich konnte keine 5 Minuten stehen... Das tat dermaßen weh, dass ich mir überlegt habe, ob ich mir für meinen Rücken nicht das erste mal Schmerzmittel geben lassen soll.

Das Essen half nur bedingt dagegen, aber der Vino danach umso mehr^^
In der Cafeteria bildete sich auch unsere 8er Gruppe, die mittlerweile (Montag früh, 04:44 Uhr) zu einem extrem geselligen und vor allem nüchternen (das glaubt mir eh keiner :D) Rudel wurde: 4 Rollis und 4 Fußgänger im Alter von 17 bis 44 Jahren.
Von uns kennt jeder die Story aller Beteiligten.

Auf jeden Fall saßen wir dann trinkend am Tisch, als Mike (17) UNO-Karten aus seinem Erolli zog und prompt die beiden Peters es nicht kannten :O
Sie wurden angelernt und als die äußerst nette Bedienung um kurz vor 9 auf ihren Feierabend hinwies, deckten wir uns ein und zogen in den 2. Stock hoch.
Dort hat man sich bis gegen Mitternacht vergnügt, bis es sich dann entspannt auflöste.


Am Sonntag ist vieles anders: Hier in der Klinik ist alles geschlossen und alle ohne Besuch hängen irgendwo alleine ab ... Äh stopp.... Bei den meisten wird das wohl so sein, aber nicht bei uns.

Die Bilder beschreiben den Sonntag eigentlich ausreichend:
     
                                                     Ja, das da oben sind Weinflecken ;)
                                            Und hier sieht man Blasen vom Rollstuhl fahren.


Ich habe erstmals das Frühstücken geschwänzt (, was ich von den Kuren in den Jahren 09, 10, 12 und 13 schon kenne) und bin dann mit den Mädels losgezogen, um zu schauen, ob der liebe Peter denn schon wach sei.
Ja, in der Tat: das war er^^
Wir schauten uns dann ein paar Hausbaubilder an und natürlich auch Modelfotos von Elida.

Nach dem Mittag haben wir uns wieder fürs Basketballspielen verabredet und leider war heute kein Mitarbeiter da, der den Schlüssel für den Geräteraum hat...
Peter behielt somit seinen Alltagsrennwagen und gab seinen Feuerblitz an Elida ab.
Österreich-Peter kam mit seinem Basketballstuhl und ich ergatterte einen Restposten: 2 platte Reifen und somit permanent am An- und Durchdrehen ;)
Meine armen Hände^^
Man, das waren wirklich schöne, aber anstrengende 2 1/2 Stunden :3
Anschließend ging's zur Erholung in die Cafeteria.

Am Abend wanderte das Oktett nach Reinhardshausen zu dem Restaurant "El sole". Dort stopften wir uns die Mägen voll und meine Scholle genoss ich so richtig.
Auf dem Heimweg bewies Peter noch seine Fähigkeiten, indem er eine Treppe hochfuhr bzw. -kämpfte ;)

Kurz vor 9 erreichten wir die Cafeteria und deckten uns mit Flüssigkeiten ein. Ab ging's mal wieder in den 2. Stock zum Uno-Spielen und später - wie von euch oben sicherlich schon vermutet -  Gläser umwerfen.
Gegen 1 Uhr haben sich die meisten verabschiedet, die Gruppe löste sich auf und Elida, Lisa, Peter und ich verlagerten die Party in sein Zimmer. Für Hintergrundmusik sorgte der Film "Schön bis in den Tod", in dem ein Mörder mit Schraubenschlüssel um sich warf. War nicht so der Hit, aber wir hatten ohnehin genug Gesprächsstoff für die nächsten paar Stunden.
Um halb 5 fiel ich dann auch mal mit der inzwischen getrockneten rosa Jeans ins Bett.



Verzeiht mir, dass das Wlan hier oft kaputt ist und ich deshalb nur unregelmäßig blogge und die Bilder oft erst später hochladen kann...

Samstag, 26. April 2014

Tag 3

Heute ist Freitag und es gibt viele Neuigkeiten:

Die Visite kam zu spät und laut dem Arzt bei der Aufnahme, hätte ich heute erfahren, wann die OP ist. Mich hätt's gewundert, wenn ich's erfahren hätte, weil mein CT noch fehlt. So war es dann auch. Ich werde am Montag oder Dienstag im Cotrel geröngt (was auch immer das ist) und dann stehe die Diagnostik.

Bei der Informationsgruppe lernte ich wie ich mich nach der Op ins Bett legen und wieder raus kann. Außerdem wurde mir auf meine Nachfrage hin mitgeteilt, dass ich keine Einschränkungen in Bezug auf Rotation des Schulterbereichs haben werde und auch beim Sitzen nicht. Das einzige ist halt die verminderte Anzahl an Sportmöglichkeiten und Hohlkreuz bzw. Katzenbuckel geht halt nicht.
Ich werde wohl nach der OP 2 Nächte auf der Intensiv sein und dann gezwungen werden aufzustehen, damit der Kreislauf angeregt wird.

Danach ging's zur Mobilisation und das war mehr Dehnungs- und Muskelaufbaugymnastik. Dort lernte ich auch 2 Mädels kennen (, die morgen, also Samstag mit mir Schwimmen gehen werden), sie sind 22 und 32, schauen aber beide wesentlich jünger aus.

Zum Lungenfunktionstest durfte ich danach und nach gefühlten tausend Tests, stand das Ergebnis: 48% :/
Ich brachte das Ergebnis dem Doktor und er meinte ich bräuchte deshalb spezielle Atemtherapie - anscheinend mit speziellen Geräten - und der OP Termin verschiebt sich dadurch nach hinten :(
Immer dieses Warten auf den Termin und immer wird man auf später vertröstet. Das ist echt anstrengend...

Beim Mittagessen wurde ich von Peter gefragt, ob ich um 1 nicht mit ihm und weiteren Rollis Basketball spielen möchte und ich freute mich sehr, denn auf dem Zimmer wäre mein Genosse eh nur am Fernschauen gewesen... Also ging's eine Stunde später in den Rolli - für mich das erste Mal. Und ich muss echt sagen: Am Anfang ist es echt gewöhnungsbedürftig, damit zu fahren, aber es wurde immer besser und wir spielten dann einige Spiele. Körbe warf ich aus dieser tiefen Position eher selten :P Aber es war ein zu wiederholendes Erlebnis mit brennenden Oberarmen !!

Als ich dann aufs Zimmer kam, erwartete mich dort die Physiotherapie mit dem Streckgerät: Cotrel...
Ahhh: Das ist also dieses Ding, von dem der Arzt bei der Visite sprach.
Sie erklärte mir den Aufbau, wie ich es anzulegen habe und verordnete mir 4-6 mal täglich 15-20 min Streckbank; wenn es geht natürlich immer mehr Zug auf meine Wirbelsäule, durch Verkürzen der Schnüre.
So sieht das Folterinstrument aus:





Nach dem Gequäle schwamm ich ne Runde, anschließend in die Sauna, zum Abkühlen wieder ins Becken und nochmal 15 min Sauna... Das hat gut getan :3

Im Zimmer zurück erstmal die Schnallen wieder angelegt und gedehnt - das zieht ordentlich und führt dann recht schnell zu Kopfschmerzen.
Beim Abendessen lud mich Peter dazu ein, in die Cafeteria zu kommen. Sie, ein paar Rollstuhlfahrer, träfen sich dort zum sauf.... äähh natürlich Wasser trinken. Was denn sonst?! Aber es ist schließlich Wochenende, da kann und muss man sich schon was gönnen.
Das Angebot nahm ich natürlich gerne an :)

An der Bar gab's Bier und Wein und ich muss sagen, die Rollis (ihr verzeiht es mir hoffentlich, dass ich hier mal pauschalisiere und alle über einen Kamm schere) sind echt ein lebensfreudiges Volk :D
Nach Ladenschluss sind wir - 5 Rollis und ich - in die 2. Etage auf den Balkon und dort gab's viele Geschichten zu erzählen in dieser netten Runde. Gegen Mitternacht rief das Bett :)

Wochenende!!

Donnerstag, 24. April 2014

Der erste ganze Tag in der WWK

Vorneweg: Meine Mutter hat die 450 km Autofahrt gut überstanden und ist nun wieder in der Arbeit.

Die Nacht war kurz, der Weckdienst um 7 da und als der Zimmergenosse sagte, dass er zum Duschen geht - wir haben 2 Bäder - bin ich auch ins Bad zum Duschen und nach 5 min hörte ich plötzlich "Mein Kreislauf" und der Notknopf wurde gedrückt, eine Schwester kam und meinte nur "Oh nein, klapp mir nicht zusammen..." und dann polterte es auch schon und die Schwester rief um Hilfe. Ich wollte schon reagieren, als ich hörte, dass ein Arzt kommt und er ins Bett gepackt wurde. Und das an seinem letzten Tag, der Arme :/
Ich war dann fertig mim Duschen und da waren 4/5 Krankenschwestern plus Arzt um sein Bett rumgestanden und ich meinte schon, was da denn los. Er ist wohl mit dem Kopf gegen die Wand geknallt, während er kollabierte und lag dann mit durchgedrückter Wirbelsäule auf dem Boden... Der Doktor verordnete Röntgen und er darf erst in 1-2 Tagen nach Hause.
Und ich hatte mich schon auf Party heute Abend eingestellt^^

Dann gab ich die Urinprobe ab und ging essen (denkt an die stämmige mitten-im-Leben Frau, die 5 Bonbons auf einmal lutscht...  mhhh lecker).

Danach hatte ich ein Fotoshooting und sollte zum MRT, aber die Einverständniserklärung wurde auf der Station nicht gefunden :/
Na toll und das hatte gestern schon Probleme beim Faxen bereitet. Ich habe dann nochmal auf dem Zimmer alles durchsucht, aber die Station hat sie dann in der Zwischenzeit gefunden. Diese Bürokratie immer....
 
Die Röhre erinnert so ein bisschen an 12-Ton-Musik und jeder Ton hämmert 100 mal auf einen ein... und im Hintergrund das Klackern eines Autos, das dauerhaft über die Bahngleise fährt. Plötzlich wurde ich rausgefahren und mir wurde gesagt, dass die Hälfte durch ist und ein Notfall dazwischen geschoben werden muss; ich hörte vom Wartezimmer aus nur "Scheiße" und danach was von "Notoperation, sofort runter in den OP". Weiter lief mein MRT :)

Danach ging's zum Neurologen, bei dem ich weiter modeln und Catwalk laufen üben durfte. Des Weiteren wurden wieder Reflexe getestet und dann konnte ich auch schon wieder gehen.

Eine halbe Stunde später gab's Essen:



Und es mundete.

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie versuche ich immer gute Laune bei den Schwestern zu verbreiten. Vermutlich aus Angst vor Racheaktionen xD


Danach bin ich raus zum Lesen. Ich weiß ja nicht wie das Wetter bei euch ist, aber hier kommt der Sommer langsam ;)



Danach ging's auf mein Zimmer und um 2 Uhr kam die Physiotherapeutin und besprach mit mir, an welchen Therapien ich teilnehmen könne. Kayak fahren klingt cool, aber das ist nur für die Rollis vorgesehen. Ich entschied mich dann für die Informationsgruppe, in der ich erfahre welche Einschränkungen ich nach der OP zu erwarten habe und wie ich mich danach bewegen soll, für die Atemtherapie, da mein Lungenvolumen nur 1/3 des Üblichen beträgt, für die Mobilisation der WS und außerdem für's Schwimmen (darf ich immer gehen zu den Öffnungszeiten), Badminton und Nordic Walking. Alles auf freiwilliger Basis, aber ich werde versuchen möglichst viel wahrzunehmen.


Deshalb ging ich gleich mal 'ne Runde schwimmen und hatte das Becken für mich alleine.
Nach der Abkühlung ging's dann wieder raus: Spazieren gehen, telefonieren und auf dem Rückweg traf ich Peter, hatten mal wieder über Gott und die Welt geredet und gingen anschließend zum Essen. Dort erfuhr ich dann den Grund für die Fesselung an seine Kiste: Vor 11 Jahren ist er beim Motorradfahren auf einer Ölspur gerutscht und in die Leitplanke gedonnert... Hatte dann nach mehreren Tagen Black out mehrere Fixateur extern am ganzen Körper und sah die Beine an und meinte, dass das nicht seine wären.
Er lernte dadurch aber auch eine Krankenschwester kennen und hat nun mit ihr eine 4 jährige Tochter. 98% aller Rollis, die er kennt und in einer Beziehung leben, sind wohl mit Krankenschwestern zusammen, meinte er :)
Sie haben auch ein ganz anderes Verständnis dafür und kennen den Umgang mit körperlich Eingeschränkten. Peter würde jeder Zeit wieder auf die Maschine steigen, wenn er könnte, sie ist ja nicht Schuld gewesen...
Nach Speis und Trank ging ich aufs Zimmer und außer eine Telefongespräch ist nicht mehr viel passiert :]

Bis morgen dann !!