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Donnerstag, 15. Mai 2014

Der Tag vor Freitag - ein Rückblick

Das Wlan hier zur Zeit wieder echt großes Kino... Also Bilder werden in besseren Zeiten folgen :)

Ich wiederhole mich zwar ein bisschen aber los geht's.
Ach von Montag fällt mir noch ein: Ich hätte ja eigentlich wieder Mobilisation gehabt, aber ohne Therapeutin ... und somit spielte ich mit Dirk Tischtennis und mein lieber.... trotz Rollstuhl hat er krasse Fertigkeiten in Sache Schnitt und auch sonst war er ein kleiner Meister :)
Am Abend ereignete sich dann die skurrile Situation am Telefon - aber das steht ja in meinem letzten Post drinnen - und danach, also als mein Darm leer war, wenn ich's mal so sagen darf, bin ich hoch zum Knotenpunkt 2. Etage und was machte ich da wohl??
Na klar, Rommé spielen bis ich dann um halb 11 Tschöö sagte, mich nach Vorschrift mit diesem komischen Desinfektionwaschreinigungsichtöteallesauchdeinehautdingens duschte und die Beruhigungspille einwarf.

LMAA und noch eine Tablette


In der Früh kam dann die LMAA-Tablette und ich weiß dennoch, wie ich in die U1 gefahren wurde und neben mir die OP-Liege fertig gemacht wurde. Naja und da endet meine Erinnerung auch schon - bis zur Intensiv... Wie gesagt dort gings mir die ersten Tage richtig dreckig, Probleme mit Sauerstoff, Schmerzen und und und... Für den Sauerstoff gabs so eine Maske und dann musste man 20 min damit kühle, trockene, eklige Luft ein- und ausatmen, wobei beides durch Druck unterstützt wurde.
Die Nächte waren der Horror: wie tagsüber überall Gepiepse, nur ohne nervendes Gequatsche und ständiges Ärztepatrouille laufen.
Ich konnte auf den Seiten und auf dem Rücken gleich gut schlafen, aber drehen war mir halt nicht möglich. Längeres Liegen auf einer Seite ebenfalls nicht...  Somit musste, wenn ich von den Schmerzen nicht schlafen konnte, gefühlte alle 10 min auf mein Knopfdruck hin die Schwester kommen und mich wenden...

Berg auf gings dann erst Samstag nach 2 Pullen Blutspende und ich durfte auf Station.

Und so sieht mein Rücken aus, jummy:


Sonntag war ja dann mein 18. und die Familie ist gestern schon angereist: Vater, seine Frau Gaby, Mutter und Bruder :)
Sie hatten alle massenhaft Geschenke dabei von allen möglichen Omas und weiteren Verwandten und auch Pakete haben den Weg über die Post zu mir gefunden. Unter anderem eins von meinem Mathekurs mit Süßem ohne Ende und sehr vielen Hörbüchern (Danke Frau Seibold!!!) :3
Habe mittlerweile Illuminati durch und bin nun schon beim nächsten Buch. Das Zuhören fällt mir leichter als gedacht und es macht richtig Spaß im Bett zu liegen, zu entspannen und der Stimme des Lesers zu lauschen.

Außerdem gab es noch eine Geburtstagstorte, von der ungefähr jeder fast oder tatsächlich ein Kuchenstück von der Gabel schmiss... Bei mir nichts neues. Ich bekleckere mich grundsätzlich seit der OP, weil ich mich ja nicht krumm machen kann und unten die Serviette ausbreiten. Wenn etwas nämlich kurz vor dem Mund runterfällt, zieht es eine schöne lange Linie über das Tshirt bis zur Hose runter :/ Seit dem trage ich eigentlich Lätzchen, aber das ist mir am 18. doch zu skurill vorgekommen^^
Die übrigen Stücke schenkte meine Mutter den Schwestern. Wie sozial :3

Irgendwann verabschiedeten sie sich und abends trafen sich die letzten Hinterbliebenen am Knotenpunkt und wir bestellten Essen:



Nach der ganzen Aufregung und dem vielen Laufen am Sonntag, kam Montag die Rache... Ich kam den ganzen Tag nicht aus dem Bett raus, wegen Kreislauf und Schmerzen...
Außerdem bekam ich einen neuen: Ü60, aber ganz nett.
Und zum Essen gab es am Abend ganz was Feines :3 Erinnerte sehr an die Maggi-Dosen, aber das war auch gut so:



Dienstag war ich dann *freu* (<- weil ich sowas hasse) das erste Mal hier in der Schule: Deutsch.
Ich kam in ein Klassenzimmer mit einer Viertklässlerin und einer Siebtklässlerin. Die Situation fand ich relativ lustig und ihr musst euch folgende Szene vorstellen:
Ich ließ mir zum Woyzeck eine Aufgabe zur Dramenanalyse geben und las grad nochmal die Szene, die ich zu bearbeiten hatte, durch. Die aus der 7. zu meiner Linken bearbeitete Groß- und Kleinschreibung - kommt übrigens a weng aus Underfranken und erinnert mich somit a weng an Frau Gernert - sie arbeitete zügig und langweilte sich oft... Die Lehrerin konnte ja immer nur bei einem gleichzeitig sein und schien auch überfordert. Die aus der 4. saß mir gegenüber und sollte eine Phantasiegeschichte schreiben, aber sie sagte alle 5 sek "Mir fällt nichts ein" und wackelte unruhig mit ihren Beinen... Irgendwann hatte sie keine Lust mehr und wollte etwas auswendig lernen. Dies wurde ihr ebenfalls zu langweilig und somit packte sie Bio aus: Sexualkunde... Und während sich Lehrerin und Schülerin über Eianlagen, Zyklus oder die Definition einer Zelle unterhielten, versuchte ich mich auf das Werk von Büchner zu konzentrieren und die Vorstellungen von Tugend und Moral des Hauptmanns herauszufiltern.
Das war vielleicht eine merkwürdige Situation du...
Der ehemals pizzabackende Libanese durfte heute übrigens nach Hause. Kein arabisches Fernsehen mehr :(



Nach dem Hoch am Dienstag, kam Mittwoch wieder das Tief... Keiner wollte mit mir duschen... Ich kann das ja nicht alleine. Erst muss der Verband abgekelbt werden und zu den Beinen und an dem Rücken komm ich nicht hin.
Nein, es geht noch tiefer: Beschissener Blutdruck und Kreislauf im zweiten Untergeschoss - tiefer geht es hier nicht^^

Die letzten 3 Tage bestanden eigentlich nur aus Bett und Essen...
Also nicht ganz... Romy, die alte Tante, sorgt für Abwechslung. Entweder besuche ich sie oder sie mich.. Meistens ziehen wir um die Blogs .. ich meine Fahrstühle. Sie immer mit ihrem Infusionsgestänge, dem Beutelchen oben dran und so rollt sie immer daher.


Seit gestern hat die Hamburgerin eine neue Fortbewegungsmethode: sie stellt sich mit einem Bein auf diesen 6-Bein, hält sich an der Stange fest und mit dem anderen schiebt sie, wie bei einem Roller, an. Die hat ein ordentliches Tempo drauf, des sag ich euch xD
Ein weiteres Hobby von uns ist es in den Fahrstuhl zu steigen und jaa... Nichts zu machen. Einfach nur rein und warten bis irgendwer drückt und schauen wo er oder sie uns hinbringt. Das ist echt spannend und ob man sich am Tisch sitzend oder im Aufzug totlacht ist auch egal.

Ich habe übrigens nun meine Berufung gefunden... Also meinen Traumberuf. Nein, nicht Tierarzt oder Biologe, wie bisher angenommen. Etwas Besseres passt zu mir:

                                                                    Müllsammler :)))



Morgen soll es schon nach Hause gehen... Aber Romy versucht das mit allen Mitteln zu verhindern. Heute um 14.00 Uhr wird feststehen, wer gewonnen hat und ob es ein romantisches Wochenende zu zweit hier in Wildungen wird oder alleine zu Hause im Bett.

Freitag, 2. Mai 2014

1. Mai - Feiertag :/

In der Früh weckten uns die Raucher, die sich etwas lauter unterhielten.
Als wir uns körperlich fit dafür fühlten, gingen wir zum Frühstücken und - welche Freude - Silvia saß an unserem Tisch !!! Es geht ihr wieder gut und erzählte mir, wie es ihr erging. Ich solle mir keine Sorgen machen.

Ach, was mir noch einfällt: Mama ist die Beste <3


Nicht, dass ich mich als Raucher bezeichnen würde, aber auf Partys hat man schon mal die Eine oder Andere geraucht und für die Nerven empfand ich es als zwingend notwendig.

Danach bin ich zur Intensiv und wollte Lisa besuchen, aber erst ab 10.30 Uhr dürfen Besucher (und eigentlich nur die und keine Patienten xD) rein.

Also kam ich eine Stunde später mit Carsten wieder und wir durften rein. Die Intensiv habe ich mir ganz anders vorgestellt, denn wir konnten einfach so rein marschieren und nach ihr schauen.
Sie sah wirklich besser aus als ich dachte und Lisa meinte auch, dass sie sich soweit ganz gut fühle. Sogar gestanden sei sie schon.

Auf dem Knotenpunkt vom 2. Stock hörten wir dann Musik und Chris versuchte mit dem Laptop ins Wlan zu kommen.

Nach dem Mittag ging er auf's Zimmer und ich blieb bei den Rauchern, als die Nachricht in Whatsapp kam, dass Kevin zurück von der Intensiv sei und grad laufen müsse.
Ohh ne... Jetzt wo es grad so schön war... (Bin ich wirklich so gemein?^^)

Naja, ich versuchte das Zimmer möglichst lange zu meiden und wechselte immer zwischen Cafeteria und inoffiziellem Raucherplatz.

Heute ist ja Feiertag und da hat nur der Kiosk von 2 bis 4 und die Cafeteria - wie immer - bis 10 offen. Alles andere... tot.
Schlimmer als Sonntags :/

Also was macht man nun mit der vielen Zeit zwischen den Mahlzeiten?? Wir trafen uns zum UNO-spielen. Davor betrat ich aber mein Zimmer und mir schlug erstmal die Duft- ... eher Gestankswolke entgegen. Schnell die Karten geholt und nichts wie weg ;)

In der Lobby spielten wir dann paar Runden und ich holte Gummibärchen und 'ne Cola mit extra viel Koffein vom Kiosk, denn man wird an solchen verregneten Tagen mit nichts zu tun echt müde.

Anschließend wieder zum Raucherplatz mit darauf folgendem Besuch in der Cafeteria. Dort erklärte ich ihnen ein neues Spiel: Racko aus dem Jahre 1976 :)
Mal eine Abwechslung zum ständigen "UNO!!"...

Als ich zur Theke vor bin, um Getränke zu holen, fiel mir auf, dass mein Geldbeutel fehlt.
Was ne Aufregung; endlich mal was los :O haha

Gott sei Dank hat ihn eine sehr ehrliche ältere Dame abgegeben, der ich sowohl dankbar bin, dass sie ihn zur Rezeption/Info gebracht hat, als auch ihre Rente damit nicht aufgebessert hat.

Abendessen ist dann dran gewesen und danach ab ins Zimmer. Dort klingelte Kevin gefühlte alle 5 min und ließ sich umlagern, während die Eltern Fernsehen schauten.

Abends trafen wir uns zum Uno-spielen und es kam ein neuer hinzu: Dirk, der nach dem Duschen nur schnell Eine rauchen, telefonieren und ins Bett wollte. Nenene so schnell geht das bei uns nicht :P
Er wurde gleich eingespannt, obwohl er heute erst amkam.

Die Weinflasche, die mir die Mädels überlassen haben, sollte eigentlich fürs Wochenende gedacht sein, aber das wird wohl nach diesem Abend schlecht möglich sein :O


Donnerstag, 1. Mai 2014

Der letzte Apriltag

Elida weckte mich heute und gab Bescheid, dass Lisa gleich zum Op muss. Ich beeilte mich, sprang schnell in die Jogginghose und warf mein Tshirt über, aber sie war leider schon weg :(

Dann kam die Visite und meinte, ob ich schon Atemtherapie hatte. Ich verwies nur auf meinen Pustetrainer Triflo 2, denn richtige Therapie habe ich noch nicht. Das gestern war ja mehr Aufklärung, wie ich nach der Op richtig atme.

Beim Frühstückstisch fiel mir auf, dass wenn am Nachmittag die nette Dame in Blond - Irmtraut - fährt, nur noch der Russe Viktor von der Besetzung der letzten Woche übrig ist. Montag kam übrigens ein neuer an unseren Tisch, denn Sylvia wurde an der Halswirbelsäule versteift und ratet mal wie er heißt ... tttrtrtrrtrtrtrtrrrrommelwirbel: Peter !! xD
3 von 6 Leuten am Tisch Nummer 3 heißen Peter ;)
Hier verändert sich echt viel...

Anschließend schnappte ich mir Elida und fing den Kölner Peter ab, bevor er sich aus dem Staub machen konnte. Wir gingen in die Cafeteria und tranken Kaffee, als Carsten angekrochen kam. Dass es ihm so schnell so gut geht, hätte ich nicht gedacht. Er lief zwar langsam, aber humpelte nicht mehr.
Wir zeigten uns gegenseitig Fotos von den Katzen, die zu Hause auf uns warten, diskutierten über Fotografie oder erzählten uns Geschichten, während Peter auf das Abschlussgespräch wartete.
Danach begleiteten wir ihn zum Auto - Sachen einladen - und verabschiedeten uns von ihm. Der nächste Peter ist weg :(
Eigentlich hätte ich zu dieser Zeit Mobilisation gehabt. Aber es steht doch nicht zur Debatte, was in diesem Moment Vorrang hat.

Auf dem Zimmer zurück - endlich seit hundert Jahren mal wieder ein Zettel und was zu tun. Röntgen im Cotrel um 11.00 Uhr :3
Ich spannte mich ein und wartete auf kurz vor 11, als eine Schwester kam und meinte, ich solle eine Schaumstoffbox unterlegen. Danach schoben Christopher und sie mich mit dem Bett zum Röntgen, wo ein Bild von der Seite und eins von oben gemacht wurde.

Dann war es wieder Zeit zum Tschüss sagen :(
Elida tritt die Heimreise an... Man wird das still hier :/
Die 117 steht nun leer und ich vermisse beide sehr. Lisa kommt ja hoffentlich bald wieder raus aus der Intensiv, aber wann ich Eli wiedersehe ist noch ungewiss :O

Am Nachmittag bin ich mit Christopher in die Sporthalle und habe Basketball gespielt und das erste mal seit langem wieder Bogen geschossen. Jetzt weiß ich wieder warum ich aufgehört hatte...
Nicht weil ich so schlecht wäre - im Gegenteil, ich bin noch besser als ich dachte - sondern weil ich direkt danach Rückenschmerzen bekomme...



Deshalb legte ich mich danach ins Bett, um den Rücken zu entlasten und ging dann mit Christopher Schwimmen und Saunen.
Dort gab mir auch die Bademeisterin Auskunft über meinen Ohrring: Nächste Woche werde das Becken gereinigt und dann soll ich nochmal nachfragen.

Mit dem Triflo 2 schaffe ich beim Einatmen jetzt die 3 Bälle nach oben zu befördern und kurz zu halten. Nur beim Ausatmen, will die letzte Kugel nicht so ganz...



Das Wetter spielt hier übrigens verrückt: Gewitter und Regen mit Sonnenschein bei einer leichten Brise.

Von zu Hause bekam ich eine coole Nachricht, denn meine Felgen und Reifen sind montiert:



Carsten und ich besuchten Miky Mike, dessen Betäubungsmittel durch Kochsalzlösung ersetzt wurde und langsam munter wurde. Er hat sein MRT gut überstanden und jetzt heißt es wieder warten für seine Mutter und ihn, was die Ärzte als nächstes planen :O
Danach wanderten wir zur Anja weiter, die auch ihre Narkose gut weggesteckt hat.

Mit Christopher hörte ich dann im Zimmer Musik und uns war schon ein bisschen langweilig:



Nach dem Abendessen humpelten Carsten, der sich wohl überanstrengt hatte, und ich zu Anja und brachten ihr Chips und gute Laune. Anschließend gings auf paar Runden UNO zu Mike.

Im Zimmer zurück, schaute ich dann das erste mal bewusst Fernsehen mit Mister C, bevor wir schlafen gingen.