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Donnerstag, 1. Mai 2014

Der letzte Apriltag

Elida weckte mich heute und gab Bescheid, dass Lisa gleich zum Op muss. Ich beeilte mich, sprang schnell in die Jogginghose und warf mein Tshirt über, aber sie war leider schon weg :(

Dann kam die Visite und meinte, ob ich schon Atemtherapie hatte. Ich verwies nur auf meinen Pustetrainer Triflo 2, denn richtige Therapie habe ich noch nicht. Das gestern war ja mehr Aufklärung, wie ich nach der Op richtig atme.

Beim Frühstückstisch fiel mir auf, dass wenn am Nachmittag die nette Dame in Blond - Irmtraut - fährt, nur noch der Russe Viktor von der Besetzung der letzten Woche übrig ist. Montag kam übrigens ein neuer an unseren Tisch, denn Sylvia wurde an der Halswirbelsäule versteift und ratet mal wie er heißt ... tttrtrtrrtrtrtrtrrrrommelwirbel: Peter !! xD
3 von 6 Leuten am Tisch Nummer 3 heißen Peter ;)
Hier verändert sich echt viel...

Anschließend schnappte ich mir Elida und fing den Kölner Peter ab, bevor er sich aus dem Staub machen konnte. Wir gingen in die Cafeteria und tranken Kaffee, als Carsten angekrochen kam. Dass es ihm so schnell so gut geht, hätte ich nicht gedacht. Er lief zwar langsam, aber humpelte nicht mehr.
Wir zeigten uns gegenseitig Fotos von den Katzen, die zu Hause auf uns warten, diskutierten über Fotografie oder erzählten uns Geschichten, während Peter auf das Abschlussgespräch wartete.
Danach begleiteten wir ihn zum Auto - Sachen einladen - und verabschiedeten uns von ihm. Der nächste Peter ist weg :(
Eigentlich hätte ich zu dieser Zeit Mobilisation gehabt. Aber es steht doch nicht zur Debatte, was in diesem Moment Vorrang hat.

Auf dem Zimmer zurück - endlich seit hundert Jahren mal wieder ein Zettel und was zu tun. Röntgen im Cotrel um 11.00 Uhr :3
Ich spannte mich ein und wartete auf kurz vor 11, als eine Schwester kam und meinte, ich solle eine Schaumstoffbox unterlegen. Danach schoben Christopher und sie mich mit dem Bett zum Röntgen, wo ein Bild von der Seite und eins von oben gemacht wurde.

Dann war es wieder Zeit zum Tschüss sagen :(
Elida tritt die Heimreise an... Man wird das still hier :/
Die 117 steht nun leer und ich vermisse beide sehr. Lisa kommt ja hoffentlich bald wieder raus aus der Intensiv, aber wann ich Eli wiedersehe ist noch ungewiss :O

Am Nachmittag bin ich mit Christopher in die Sporthalle und habe Basketball gespielt und das erste mal seit langem wieder Bogen geschossen. Jetzt weiß ich wieder warum ich aufgehört hatte...
Nicht weil ich so schlecht wäre - im Gegenteil, ich bin noch besser als ich dachte - sondern weil ich direkt danach Rückenschmerzen bekomme...



Deshalb legte ich mich danach ins Bett, um den Rücken zu entlasten und ging dann mit Christopher Schwimmen und Saunen.
Dort gab mir auch die Bademeisterin Auskunft über meinen Ohrring: Nächste Woche werde das Becken gereinigt und dann soll ich nochmal nachfragen.

Mit dem Triflo 2 schaffe ich beim Einatmen jetzt die 3 Bälle nach oben zu befördern und kurz zu halten. Nur beim Ausatmen, will die letzte Kugel nicht so ganz...



Das Wetter spielt hier übrigens verrückt: Gewitter und Regen mit Sonnenschein bei einer leichten Brise.

Von zu Hause bekam ich eine coole Nachricht, denn meine Felgen und Reifen sind montiert:



Carsten und ich besuchten Miky Mike, dessen Betäubungsmittel durch Kochsalzlösung ersetzt wurde und langsam munter wurde. Er hat sein MRT gut überstanden und jetzt heißt es wieder warten für seine Mutter und ihn, was die Ärzte als nächstes planen :O
Danach wanderten wir zur Anja weiter, die auch ihre Narkose gut weggesteckt hat.

Mit Christopher hörte ich dann im Zimmer Musik und uns war schon ein bisschen langweilig:



Nach dem Abendessen humpelten Carsten, der sich wohl überanstrengt hatte, und ich zu Anja und brachten ihr Chips und gute Laune. Anschließend gings auf paar Runden UNO zu Mike.

Im Zimmer zurück, schaute ich dann das erste mal bewusst Fernsehen mit Mister C, bevor wir schlafen gingen.

Donnerstag, 24. April 2014

Der erste ganze Tag in der WWK

Vorneweg: Meine Mutter hat die 450 km Autofahrt gut überstanden und ist nun wieder in der Arbeit.

Die Nacht war kurz, der Weckdienst um 7 da und als der Zimmergenosse sagte, dass er zum Duschen geht - wir haben 2 Bäder - bin ich auch ins Bad zum Duschen und nach 5 min hörte ich plötzlich "Mein Kreislauf" und der Notknopf wurde gedrückt, eine Schwester kam und meinte nur "Oh nein, klapp mir nicht zusammen..." und dann polterte es auch schon und die Schwester rief um Hilfe. Ich wollte schon reagieren, als ich hörte, dass ein Arzt kommt und er ins Bett gepackt wurde. Und das an seinem letzten Tag, der Arme :/
Ich war dann fertig mim Duschen und da waren 4/5 Krankenschwestern plus Arzt um sein Bett rumgestanden und ich meinte schon, was da denn los. Er ist wohl mit dem Kopf gegen die Wand geknallt, während er kollabierte und lag dann mit durchgedrückter Wirbelsäule auf dem Boden... Der Doktor verordnete Röntgen und er darf erst in 1-2 Tagen nach Hause.
Und ich hatte mich schon auf Party heute Abend eingestellt^^

Dann gab ich die Urinprobe ab und ging essen (denkt an die stämmige mitten-im-Leben Frau, die 5 Bonbons auf einmal lutscht...  mhhh lecker).

Danach hatte ich ein Fotoshooting und sollte zum MRT, aber die Einverständniserklärung wurde auf der Station nicht gefunden :/
Na toll und das hatte gestern schon Probleme beim Faxen bereitet. Ich habe dann nochmal auf dem Zimmer alles durchsucht, aber die Station hat sie dann in der Zwischenzeit gefunden. Diese Bürokratie immer....
 
Die Röhre erinnert so ein bisschen an 12-Ton-Musik und jeder Ton hämmert 100 mal auf einen ein... und im Hintergrund das Klackern eines Autos, das dauerhaft über die Bahngleise fährt. Plötzlich wurde ich rausgefahren und mir wurde gesagt, dass die Hälfte durch ist und ein Notfall dazwischen geschoben werden muss; ich hörte vom Wartezimmer aus nur "Scheiße" und danach was von "Notoperation, sofort runter in den OP". Weiter lief mein MRT :)

Danach ging's zum Neurologen, bei dem ich weiter modeln und Catwalk laufen üben durfte. Des Weiteren wurden wieder Reflexe getestet und dann konnte ich auch schon wieder gehen.

Eine halbe Stunde später gab's Essen:



Und es mundete.

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie versuche ich immer gute Laune bei den Schwestern zu verbreiten. Vermutlich aus Angst vor Racheaktionen xD


Danach bin ich raus zum Lesen. Ich weiß ja nicht wie das Wetter bei euch ist, aber hier kommt der Sommer langsam ;)



Danach ging's auf mein Zimmer und um 2 Uhr kam die Physiotherapeutin und besprach mit mir, an welchen Therapien ich teilnehmen könne. Kayak fahren klingt cool, aber das ist nur für die Rollis vorgesehen. Ich entschied mich dann für die Informationsgruppe, in der ich erfahre welche Einschränkungen ich nach der OP zu erwarten habe und wie ich mich danach bewegen soll, für die Atemtherapie, da mein Lungenvolumen nur 1/3 des Üblichen beträgt, für die Mobilisation der WS und außerdem für's Schwimmen (darf ich immer gehen zu den Öffnungszeiten), Badminton und Nordic Walking. Alles auf freiwilliger Basis, aber ich werde versuchen möglichst viel wahrzunehmen.


Deshalb ging ich gleich mal 'ne Runde schwimmen und hatte das Becken für mich alleine.
Nach der Abkühlung ging's dann wieder raus: Spazieren gehen, telefonieren und auf dem Rückweg traf ich Peter, hatten mal wieder über Gott und die Welt geredet und gingen anschließend zum Essen. Dort erfuhr ich dann den Grund für die Fesselung an seine Kiste: Vor 11 Jahren ist er beim Motorradfahren auf einer Ölspur gerutscht und in die Leitplanke gedonnert... Hatte dann nach mehreren Tagen Black out mehrere Fixateur extern am ganzen Körper und sah die Beine an und meinte, dass das nicht seine wären.
Er lernte dadurch aber auch eine Krankenschwester kennen und hat nun mit ihr eine 4 jährige Tochter. 98% aller Rollis, die er kennt und in einer Beziehung leben, sind wohl mit Krankenschwestern zusammen, meinte er :)
Sie haben auch ein ganz anderes Verständnis dafür und kennen den Umgang mit körperlich Eingeschränkten. Peter würde jeder Zeit wieder auf die Maschine steigen, wenn er könnte, sie ist ja nicht Schuld gewesen...
Nach Speis und Trank ging ich aufs Zimmer und außer eine Telefongespräch ist nicht mehr viel passiert :]

Bis morgen dann !!