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Montag, 5. Mai 2014

Verkaufsoffener Sonntag :3

Sonntag ist ja der Tag, an dem ich ausschlafen kann. Also normalerweise ... Hier ist das anders. Um 6.00 Uhr kam die Nachtschwester und hat Kevin gewaschen und als diese fertig war, machte er natürlich - wie immer wenn er wach wird - den Fernseher an.
Na der Tag geht ja gut los ;)

Eine Stunde später kamen dann auch schon seine Eltern und guckten mit. Na klasse :3

Ich bin dann nach dem Frühstück mal wieder ins Cotrel zum Strecken und dabei ist ne Niete auseinander gesprungen. Bin eben ein hoffnungsloser Fall xD

Dabei besuchte mich Lisa mit Katheter als Handtasche und sie läuft viel besser. Von allen anderen Schläuchen ist sie los und ihr geht's wohl auch sonst gut genug, um alleine ihr Zimmer zu verlassen.

Haha, was mir grad einfällt: am Freitag war die Lehrerin da, die mich wohl seit Anfang der Woche gesucht hätte. Ich müsse doch zur Schule... Sie gab mir dann ein Formular zum Ausfüllen und ging wieder. Na das hat sich ja gelohnt...

Nach dem Frühstück ging ich raus, um die Sonne zu genießen und Musik zu hören. Endlich wieder barfuß :3


Mike verließ endlich sein Zimmer und ich sah ihn vor dem Mittagessen. Ihm geht es besser und morgen bekommt er die ersten Kilo Gewichte an die Krone. Da wünsch ich ihm und seiner Mutter viel Kraft für.

So langsam merke ich, wie mir es mir hilft und die Angst nimmt, wenn ich sehe wie es Lisa und Kevin so ergeht. Dadurch bekomme ich mal den groben Ablauf mit und erlebe die Höhen und Tiefen...

Am Nachmittag aßen meine Mum und ich ein Eis in Reinhardshausen und danach gingen wir bummeln am verkaufsoffenen Sonntag.
Dort lernten wir Susi kennen, die auf die 70 zugeht und um die Rente aufzubessern und nicht zu Hause zu vergammeln, in einem Laden - bis zu 7 Tage die Woche - arbeitet und für ein anderes Geschäft die Buchhaltung schmeißt. Das war schon echt beeindruckend :O



Um 20.00 Uhr trafen wir uns am Knoten:



Mike, Carsten, Stephan und ich spielten UNO bis Mike sich verabschiedete, Carsten aufgrund von Magenverstimmungen aufs Klo verschwand und Dirk stattdessen zum Rommé spielen kam.
Dabei hatte ich auch das erste Mal ein Rommé Hand:


Das war mal ein Abend ohne Alkohol, stattdessen stopften wir uns mit Kinderschokolade und Toffifee voll :D
Gegen Mitternacht war Schluss und es ging ins Betti :)

Sonntag, 4. Mai 2014

Tag 11 - Wochenende

Erst mal in der früh Essen verpennt, obwohl ich eigentlich auch mit Carsten schwimmen und saunen wollte, aber das habe ich dann nicht mehr geschafft.

Beim routinemäßigen Besuch bei Lisa sah ich, dass ihre Wundwasserschläuche raus sind und sie nun nur noch am Tropf, Katheter und Schmerzmittel ähnlich dem Morphin hängt. (Piritramid)
So langsam geht es Berg auf meint man, aber sie sagt, sie hätte eine Waschmaschine im Kopf, so brummt es und übel ist ihr auch.

Heute lag dann endlich der ersehnte Zettel auf dem Tisch, nachdem meine Mutter gestern ordentlich Druck gemacht hatte und bis zum Dr. Oliver Meier durchkam:


Mike geht es extrem schlecht - trotz des Schmerzmittels - und leidet unter seinem Krönchen ://
Durch die ganzen Medikamente behält er auch kein Essen in sich.
Echt krass, was er in seinem Alter alles durchmachen muss und musste und für die Mutter ist das auch alles andere als schön... Habe ihn mit Halo noch nie besuchen können. Hoffentlich geht es ihm morgen besser!!

Vor Mittag ging's dann mit Mutti zum Edersee und Silvia hatte mir davor die beste Strecke gesagt, die wir - im nachhinein betrachtet - verfehlten ;)
Naja egal; endlich wieder Auto fahren !! :D



Das Wetter war heute zum Glück mal besser: Wenige Wolken, Sonne, aber eiskalter Wind.

Der Edersee ist der h-a-doppel m-e-r !!! Erinnert sehr an einen Miniaturgardersee. Ein Paradies für Camper, Angler, Taucher, Segler und viele mehr. Hat echt Spaß gemacht den Seglern zuzusehen, wie sie Schwierigkeiten beim Anlegen hatten xD
Wäre auch lieber in einem gesessen und hätte ihnen gezeigt, wo der Hase lang läuft.


Zu Mittag kehrten wir in einem kleinen Restaurant auf 2 Burger mit selbst gemachten Pommes ein:



Danach eine Runde Gassi und Tamy durfte baden.
Sehr viele Hunde hier in der Gegend, wirklich schön :)

Eine Autotour bis zum nördlichen Ende mit kurzem Stopp und Sonne genießen, bildeten den Höhepunkt des Ausflugs.



Zurück in der Klinik half ich Lisa beim Zähneputzen, aber wirklich besser ging es ihr noch nicht. Wenn sie lang genug bleibt, kann sie mich dann pflegen in meinen dunklen Zeiten^^

Am Abendtisch warteten 2 neue Frauen, die einen netten Eindruck machten und mein Platz wurde neben Silvia versetzt :3

Später ging ich dann letztendlich doch mit Dosenbier von Papas Paket - Wein gab's ausnahmsweise leider mal nicht^^ - zum Knotenpunkt, dort waren Carsten und Dirk. UNO war angesagt, bis Stephan mit ph kam und Rommé mitbrachte. Dann wurde ich in die Geheimnisse dieses Spiels eingeweiht und nach der ersten Runde hab ich bis auf ein paar Sonderregeln alles verstanden. Irgendwann verabschiedete sich Carsten und in der 3er Runde wurde weitergezockt.
Echt ein nettes Spiel :)



Gegen Mitternacht löste sich das Trio auf und ich öffnete eine Flaschenpost aus Rügen :3

Das war's für heute :)
Gute Nacht!

Freitag, 2. Mai 2014

1. Mai - Feiertag :/

In der Früh weckten uns die Raucher, die sich etwas lauter unterhielten.
Als wir uns körperlich fit dafür fühlten, gingen wir zum Frühstücken und - welche Freude - Silvia saß an unserem Tisch !!! Es geht ihr wieder gut und erzählte mir, wie es ihr erging. Ich solle mir keine Sorgen machen.

Ach, was mir noch einfällt: Mama ist die Beste <3


Nicht, dass ich mich als Raucher bezeichnen würde, aber auf Partys hat man schon mal die Eine oder Andere geraucht und für die Nerven empfand ich es als zwingend notwendig.

Danach bin ich zur Intensiv und wollte Lisa besuchen, aber erst ab 10.30 Uhr dürfen Besucher (und eigentlich nur die und keine Patienten xD) rein.

Also kam ich eine Stunde später mit Carsten wieder und wir durften rein. Die Intensiv habe ich mir ganz anders vorgestellt, denn wir konnten einfach so rein marschieren und nach ihr schauen.
Sie sah wirklich besser aus als ich dachte und Lisa meinte auch, dass sie sich soweit ganz gut fühle. Sogar gestanden sei sie schon.

Auf dem Knotenpunkt vom 2. Stock hörten wir dann Musik und Chris versuchte mit dem Laptop ins Wlan zu kommen.

Nach dem Mittag ging er auf's Zimmer und ich blieb bei den Rauchern, als die Nachricht in Whatsapp kam, dass Kevin zurück von der Intensiv sei und grad laufen müsse.
Ohh ne... Jetzt wo es grad so schön war... (Bin ich wirklich so gemein?^^)

Naja, ich versuchte das Zimmer möglichst lange zu meiden und wechselte immer zwischen Cafeteria und inoffiziellem Raucherplatz.

Heute ist ja Feiertag und da hat nur der Kiosk von 2 bis 4 und die Cafeteria - wie immer - bis 10 offen. Alles andere... tot.
Schlimmer als Sonntags :/

Also was macht man nun mit der vielen Zeit zwischen den Mahlzeiten?? Wir trafen uns zum UNO-spielen. Davor betrat ich aber mein Zimmer und mir schlug erstmal die Duft- ... eher Gestankswolke entgegen. Schnell die Karten geholt und nichts wie weg ;)

In der Lobby spielten wir dann paar Runden und ich holte Gummibärchen und 'ne Cola mit extra viel Koffein vom Kiosk, denn man wird an solchen verregneten Tagen mit nichts zu tun echt müde.

Anschließend wieder zum Raucherplatz mit darauf folgendem Besuch in der Cafeteria. Dort erklärte ich ihnen ein neues Spiel: Racko aus dem Jahre 1976 :)
Mal eine Abwechslung zum ständigen "UNO!!"...

Als ich zur Theke vor bin, um Getränke zu holen, fiel mir auf, dass mein Geldbeutel fehlt.
Was ne Aufregung; endlich mal was los :O haha

Gott sei Dank hat ihn eine sehr ehrliche ältere Dame abgegeben, der ich sowohl dankbar bin, dass sie ihn zur Rezeption/Info gebracht hat, als auch ihre Rente damit nicht aufgebessert hat.

Abendessen ist dann dran gewesen und danach ab ins Zimmer. Dort klingelte Kevin gefühlte alle 5 min und ließ sich umlagern, während die Eltern Fernsehen schauten.

Abends trafen wir uns zum Uno-spielen und es kam ein neuer hinzu: Dirk, der nach dem Duschen nur schnell Eine rauchen, telefonieren und ins Bett wollte. Nenene so schnell geht das bei uns nicht :P
Er wurde gleich eingespannt, obwohl er heute erst amkam.

Die Weinflasche, die mir die Mädels überlassen haben, sollte eigentlich fürs Wochenende gedacht sein, aber das wird wohl nach diesem Abend schlecht möglich sein :O


Sonntag, 27. April 2014

Wochenende :P

Erstmal ne Stunde länger geschlafen: 8 Uhr, dann machte mein Kollege den Fernseher an ... Wird sich wohl nicht mehr ändern^^

Ich ging dann erstmal zum Frühstücken und dort wurde ich von den 2 Mädels, die übrigens in dem Zimmer gegenüber sind, gefragt, ob ich mit ihnen schwimmen gehen will.

Ich willigte ein und nach der Streckbank, gings um halb 10 ins Untergeschoss für 2 Stunden Sauna und Schwimmbad. Dabei plünderten Elida, Lisa und ich alle Schwimmhilfgeräte, die sie hatten, um für Abwechslung zu sorgen und der Erschöpfung entgegen zu wirken. Bis auf Carsten, der sich später am Abend unserer lustigen Feierabendwirhabennichtszutunalsotrinkenwir-Gruppe anschloss, hatten wir Alles für uns alleine. Außerdem ließ uns der Bademeister auch in dem höheverstellbaren, wärmeren Therapiebecken planschen, das er in ein Liegeparadies verwandelte :3
In der Umkleide merkte ich dann, dass mir ein Ohrring fehlt und suchte vergeblich das Schwimmbecken ab :/

Danach gings auf mein Zimmer, um mich von meinem Kollegen zu verabschieden, denn er wird um 12 Uhr endlich (für beide Seiten zu treffend) abgeholt und darf nach Hause.

Beim Mittagessen bot mir Peter an, ob ich nicht um 2 wieder Basketball spielen wolle - ich muss dazu sagen, dass ich nen krassen Muskelkater hatte - aber ich war natürlich dabei. Er hat übrigens den Hallenschlüssel und somit können uns die Öffnungszeiten am Wochenende (eigentlich geschlossen) sch*** egal sein.
Als ich die Mädels darüber informierte, wirkten sie sehr interessiert und ich meinte, dass es mit der Anzahl an Rollstühlen nur etwas kritisch werden könne, da der Geräteraum zugesperrt ist.

Nach dem Füllen des Magens, stellte ich im Zimmer erst mal die Betten um, damit ich nicht mehr am Fenster über der Raucherzone lag, meldete mein Telefon um und schaltete meine Anlage ein.

Zurück zur Sporthalle: Sie kamen dennoch und dank eines Angestellten konnten wir doch in den Geräteraum und hatten freie Auswahl an Stühlen.
Am Anfang mussten sich die beiden mit der Handhabung des Rollstuhls zurechtfinden und Peter machte ein paar Übungen fürs Stuhl- und Ballgefühl.
Der andere Peter (am Essenstisch rechts von mir - auch Rollifahrer - und der Einzige, der mich durch seinen Dialekt als Österreicher an die Heimat erinnert) wollte auch dazustoßen, aber er verschlief, wie wir später erfuhren ;)
Wir machten ein Match, erst - auf Wunsch der Mädels - Männer gegen Frauen und dann jung gegen alt und Respekt: sie machten sich richtig gut und trafen zahlreich.
Um das zu feiern, trafen wir - nach über 2 Stunden Action pur - die Vereinbarung, uns nach dem Abendessen in der Cafeteria zu treffen.
Die abendliche Gruppe wuchs und wuchs....

Die Bewegung des Rückens beim Rollstuhlfahren und Körbe werfen ist ähnlich der beim Tanzen ungewohnt und das äußert sich mit Schmerzen. So schlimm wie heute war es noch nie und ich konnte keine 5 Minuten stehen... Das tat dermaßen weh, dass ich mir überlegt habe, ob ich mir für meinen Rücken nicht das erste mal Schmerzmittel geben lassen soll.

Das Essen half nur bedingt dagegen, aber der Vino danach umso mehr^^
In der Cafeteria bildete sich auch unsere 8er Gruppe, die mittlerweile (Montag früh, 04:44 Uhr) zu einem extrem geselligen und vor allem nüchternen (das glaubt mir eh keiner :D) Rudel wurde: 4 Rollis und 4 Fußgänger im Alter von 17 bis 44 Jahren.
Von uns kennt jeder die Story aller Beteiligten.

Auf jeden Fall saßen wir dann trinkend am Tisch, als Mike (17) UNO-Karten aus seinem Erolli zog und prompt die beiden Peters es nicht kannten :O
Sie wurden angelernt und als die äußerst nette Bedienung um kurz vor 9 auf ihren Feierabend hinwies, deckten wir uns ein und zogen in den 2. Stock hoch.
Dort hat man sich bis gegen Mitternacht vergnügt, bis es sich dann entspannt auflöste.


Am Sonntag ist vieles anders: Hier in der Klinik ist alles geschlossen und alle ohne Besuch hängen irgendwo alleine ab ... Äh stopp.... Bei den meisten wird das wohl so sein, aber nicht bei uns.

Die Bilder beschreiben den Sonntag eigentlich ausreichend:
     
                                                     Ja, das da oben sind Weinflecken ;)
                                            Und hier sieht man Blasen vom Rollstuhl fahren.


Ich habe erstmals das Frühstücken geschwänzt (, was ich von den Kuren in den Jahren 09, 10, 12 und 13 schon kenne) und bin dann mit den Mädels losgezogen, um zu schauen, ob der liebe Peter denn schon wach sei.
Ja, in der Tat: das war er^^
Wir schauten uns dann ein paar Hausbaubilder an und natürlich auch Modelfotos von Elida.

Nach dem Mittag haben wir uns wieder fürs Basketballspielen verabredet und leider war heute kein Mitarbeiter da, der den Schlüssel für den Geräteraum hat...
Peter behielt somit seinen Alltagsrennwagen und gab seinen Feuerblitz an Elida ab.
Österreich-Peter kam mit seinem Basketballstuhl und ich ergatterte einen Restposten: 2 platte Reifen und somit permanent am An- und Durchdrehen ;)
Meine armen Hände^^
Man, das waren wirklich schöne, aber anstrengende 2 1/2 Stunden :3
Anschließend ging's zur Erholung in die Cafeteria.

Am Abend wanderte das Oktett nach Reinhardshausen zu dem Restaurant "El sole". Dort stopften wir uns die Mägen voll und meine Scholle genoss ich so richtig.
Auf dem Heimweg bewies Peter noch seine Fähigkeiten, indem er eine Treppe hochfuhr bzw. -kämpfte ;)

Kurz vor 9 erreichten wir die Cafeteria und deckten uns mit Flüssigkeiten ein. Ab ging's mal wieder in den 2. Stock zum Uno-Spielen und später - wie von euch oben sicherlich schon vermutet -  Gläser umwerfen.
Gegen 1 Uhr haben sich die meisten verabschiedet, die Gruppe löste sich auf und Elida, Lisa, Peter und ich verlagerten die Party in sein Zimmer. Für Hintergrundmusik sorgte der Film "Schön bis in den Tod", in dem ein Mörder mit Schraubenschlüssel um sich warf. War nicht so der Hit, aber wir hatten ohnehin genug Gesprächsstoff für die nächsten paar Stunden.
Um halb 5 fiel ich dann auch mal mit der inzwischen getrockneten rosa Jeans ins Bett.



Verzeiht mir, dass das Wlan hier oft kaputt ist und ich deshalb nur unregelmäßig blogge und die Bilder oft erst später hochladen kann...

Mittwoch, 23. April 2014

In der Klinik - Tag 1

Sooo ... der erste Tag neigt sich dem Ende zu und ich liege hier in meinem Bett und schaue "Berlin Tag und Nacht". Da ich direkt unter dem Fernseher liege, schaue ich in einem Winkel nach oben, dass der Nacken nach 2 Minuten weh tut^^

Das ist mein Bett ...


Nach dem Frühstück und dem Check-out aus der Pension sind wir zur Klinik gefahren und kamen erst mal nach kurzem Warten 8:45 Uhr zur stationären Aufnahme.

Blick von der Pension aus 


Der Herr dort hat einen wachen Eindruck gemacht und stellte nur ein paar Fragen wie Geburtsort und Notfalltelefonnummer. Außerdem fertigte er Klebezettel an, auf denen alles wichtige über mich für die Unterlagen steht - wie ich sie auch schon von der Kur kenne. 


Nach dem Überreichen einer Informationsmappe, ging es auch gleich weiter zum zentralen Aufnahmebereich. Dort wartete ich wieder etwas und wurde dann von der lustigsten Krankenschwester meines Lebens in Empfang genommen.
Neben den ganzen Dingen, wie Gewicht, Größe, Blutdruck, EKG, Lungenfunktionstest und Blutabnahme, gab es auch Stäbchen für DNA, Überprüfung auf Krankenhauskeime an den Regionen wie Nase, Stirnleiste oder Lenden.
Dies machte sie mit einer Lockerheit und Souveränität, dass sie sich nebenbei mit meiner Mum über Söhne und die Probleme, die sie Mütter bereiten, unterhielt und stets Späße parat hatte. Zuletzt machte sie mir noch eine Salbe aufs Ohrläppchen, die es jucken und brennen ließ und schickte mich zum Labor.

Dort wurde mir dann hinein gepiekst, um den Sauerstoffgehalt meines Blutes zu bestimmen. Und ich wurde zum Arzt weitergeschickt.



Beim Arzt kamen wir sofort dran, da die Schwester ihm sagte, dass ich dazwischen geschoben werden kann, weil ich ein "unkomplizierter junger Mann" bin. Dort fragte er nach Allergien und dergleichen, ob schon mal OPs gemacht wurden und sowas. Außerdem erfolgten Stabilitätstest auf Zehenspitzen oder im Einbeinstand, er testete Reflexe und nahm sich den Zustand meiner Wirbelsäule ganz genau unter die Lupe.
Dabei stellte er die erste Prognose was die Länge der Versteifung angeht und ja das klingt echt supi...



Th2 bis L2, also 13 Wirbel...
Da musste ich schlucken.
Am Freitag wird genau feststehen wie sie eingreifen und von wo bis wo versteift wird und das ganze drum herum.
Ansonsten war der Arzt wirklich sehr schwer in Ordnung und hatte eine starke Affinität zur Bewunderung der Leistungen einer Frau in der heutigen Zeit mit Familie, Erziehung und teilweise auch dem Job und loquierte (das Wort gibt's bestimmt gar nicht, aber bei Ärzten versucht man doch ein etwas höheres Sprachniveau zu erreichen ;)) in Hymnen über das Wunder Frau und schwärmte auch für seine Familie.
Meine Mutter schwärmte danach auch, aber für diese verständnisvolle Ansichten dieses lieben Doktors, der scheinbar verstanden hat, wie kostbar eine Frau ist.

                                                            Hier kurz vorm Röntgen^^

Endlich durfte ich auf meine Station und mir wurde ein Zimmer zugeteilt; ich muss echt sagen bis jetzt war das Pflegepersonal sehr freundlich und hilfsbereit - gegen die Erwartungen, da ich Negatives darüber gehört hatte.
In dem Zimmer ist noch ein weiterer Jugendlicher, bei dem die OP letzte Woche war und morgen schon wieder nach Hause darf. Aber gut, bei ihm waren es 10 Wirbel weniger. Er war sehr erfreut über einen Zimmerkollegen, da er seit letzter Woche keinen mehr hatte und wirkte dabei leicht aufgedreht.

Ich werde mal versuchen das Ganze ein bisschen zu verkürzen, weil ich langsam echt müde bin und auch generell nicht weiß, ob ich in Zukunft weiterhin so ausführlich schreiben kann.

Jedenfalls ist das Zimmer über der Küche und dem Raucherplatz gelegen und man könnte jetzt böse sagen, dass es dann so oder so stinkt und man nicht lüften kann. In der Tat, das ist problematisch.

Dann stand das Mittagessen an und jaa .... Also jaaaa, hmmm. Kurz gesagt: Ordentlich versalzen.


Aber die Leute waren umso cooler. Generell ist es so, dass man die Neuankömmlinge, wie man auf dem Bild oben sehen kann, an dem Pflaster am Ohrläppchen erkennen kann und es gab so viele runde kleinere Tische und nach einer freundlichen Platzzuweisung sah ich, dass 2 Damen, die ich auch schon in den Warteräumen davor gesehen habe, ebenfalls heute angereist sind und mit mir am Tisch sitzen. Eine aus Magdeburg, die andere woaß is nimma. Is a wurst, denn der coolste ist echt Peter, links neben mir aus der Eifel. Der rechts heißt auch Peter, aber ist bis jetzt ein recht schweigsamer Genosse und selten beim Essen unten.
Zurück nach links: Er ist Rollstuhlfahrer und wie ich später beim Abendessen erfuhr, das nebenbei bemerkt viel besser als das Mittagessen ist, ist er querschnittsgelähmt und seit 2004 jährlich hier, um mit Botoxinjektionen - wie das so üblich ist - die Blasenfunktion zu unterdrücken, damit der Katheder gut funktioniert und nicht beim Rückstau Urin in die Niere fließt. So oder so ähnlich. Und nein ich finde sowas beim Essen nicht unappetitlich, sondern konnte schon immer über alles mögliche sprechen.
(Ich merke gerade, dass es mir schwer fällt zu kürzen; ihr habt wahrscheinlich keinen Unterschied bemerkt^^)
Ach ja, er ist doppelt so alt wie ich, Familienvater und ich hatte bis jetzt echt nur sehr angenehme Gespräche mit ihm. Wirklich schade, dass er nicht so lange bleiben wird, denn er kann wirklich gut aus dem Nähkästchen plaudern - auf die Klinik bezogen, aber auch über seine Jugend oder vieles andere.
Nun ja. So erfuhr ich auch, warum hier so viele Rollstuhlfahrer sind und ich dachte erst, da muss ich womöglich nach der OP auch rein. Aber neben der Ausrichtung auf Skoliose, ist das auch eine Spezialklinik für Urologie, welche Rollstuhlfahrer oft konsultieren müssen.

Bevor meine Mutter fuhr, gingen wir noch Gassi und spielten Uno. Als wir davon zurückkamen, wurde mir mitgeteilt, dass ich schon beim Röntgen sein müsste. Und nach 3 Aufnahmen hatte ich das auch hinter mir.
Und ab da war ich alleine :O
Bzw. habe ich ja noch den Zimmerkumpel hier, der scheinbar nur TV schaut und zwar die niveauvollsten Sendungen.

Es gab dann noch ein bisschen Stress mit den ganzen Einverständniserklärungen, da die erst zu meinem Vater gefaxt werden mussten für seine Unterschrift, aber irgendwie nur die Hälfte ankam und die Erlaubnis für die Kernspintomografie brauche ich morgen früh 9:20 Uhr. Da geht's dann in die Röhre zum Braten :D
Aber das hat dann auch alles geklappt.

Morgen früh darf ich dann auch noch einen Urintest abgeben und ich glaube, das ist das richtige Thema zum Aufhören.

Bleibt senkrecht !!